Havanna, Kuba

Ich bewundere die Fotografen, die ihre schweren Kameras und Gläser in großen Rucksäcken mitschleppen, für ihre Kraft. Mein Rücken wehrt sich dagegen 😀 Für neun Tage in Kuba hatte ich lediglich meine kleine Leica Q (Vollformat, 28mm Fixbrennweite) dabei. Zum Zoomen verwendete ich meine Füße.

Nach der Ankunft schlief ich zwei Tage in einem der besten Hotels der Insel, dem Inglaterra mitten im Zentrum von Havanna. Danach ging’s mit einem privaten Taxi nach Trinidad (4 Nächte), wo ich bei einem sehr netten Privatvermieterehepaar unterkam. Statt 200 Euro für die Nacht (im Touristenhotel), zahlt ich jetzt 20 Euro für ein sauberes Zimmer mit Klimaanlage und Frühstück. Danach ging’s wieder zurück nach Havanna – natürlich wieder ein Privatzimmer. Ein Tagesausflug nach Vinales und nach neun Tagen war Schluss mit dem Karibiktraum.

Fazit meiner Fotoreise: Kuba ist arm, Havanna schäbig. Die Menschen sind freundlich und genügsam – und sie haben Zeit. Für alles. Stress ist hier ein Fremdwort. „Wer die ganze Nacht geschlafen hat, hat tagsüber ein Anrecht auf etwas Ruhe“, lautet eine kubanische Redensart. Politik ist ein Tabu. Niemand redet über Castro und den Kommunismus. Die Spitzel sind überall. Also denkt man sich seinen Teil und genießt die paradiesischen Temperaturen und den Gleichmut. Ich war Ende Februar 2017da und in der Nacht hatte es niemals weniger als 20 Grad. So lässt es sich aushalten.