About

About

Meine erste Digitalkamera war eine Nikon D70 mit einem 35-80mm Kit Objektiv, angeschafft rechtzeitig zur Geburt unseres ersten Kindes. Ja, ich gebe es zu, ich habe damals einfach auf Automatik gestellt und den Auslöser gedrückt. Ich hatte zuwenig Muße, mir die dicke Gebrauchsanweisung durchzulesen und die Feinheiten der Maschine wirklich auszuloten. Das klappte ja auch ziemlich prima. Irgendwann hatte die alte Nikon einen massiven Fleck auf dem Sensor, wurde dadurch wertlos und ich kaufte mir eine Nikon D7100. Dazu ein paar Objektive. Ich war glücklich …. bis

… ich 2013 einen Fotokurs besuchte. Erstmals nur einen Tag, um zu sehen, was die Profis so drauf haben. Da habe ich dann Blut geleckt und mich gleich zu einer mehrtägigen Veranstaltung angemeldet. Ich verschlang in der Folge Unmengen an Zeitschriften und Fotobüchern und … ja, natürlich musste auch eine bessere Kamera her. Also eine Leica. Eine x-Vario mit einem 35-70mm Objektiv. Damit nach London und wie verrückt alles abgeknipst, was mir vor die Linse kam. Da entstand auch die Vorliebe für Street-Fotografie.

Leica-Fieber

Das Leicafieber ist ja so eine Sache. Man ist äußerlich vollkommen gesund (ja, der Rücken ist etwas beeinträchtigt. aber sonst …) und innerlich brennt man. Man hat ständig erhöhte Temperatur, wenn man Leica liest, hört oder sieht. Es scheint sich um einen Virus zu handeln. Mittlerweile ist er ziemlich verbreitet und es scheint kein Gegenmittel zu geben. Auslöser meiner Krankheit war ein Kunde von mir. Ich arbeite hauptberuflich als Redner und Seminartrainer und war in Bad Gastein bei einem meiner liebsten Kunden. Am Abend an der Bar bei einem kleinen Drink erzählt er mir dann die unglaubliche Geschichte, dass er jetzt eine Leica M (Typ 240) besitzt und wie er an die Kamera gekommen ist. Am nächsten Abend stellt er mir dann das Teil zur Verfügung und ich knipse ein wenig herum. Probiere dies und das und … bin wirklich beeindruckt. Als ich die Bilder dann Zuhause auf dem Schirm betrachte, ist es um mich geschehen. So will ich, dass meine Fotos immer aussehen. Ja, was soll ich sagen? Eine Woche später finde ich mich beim örtlichen Leicadealer in Linz und kaufe mir so ein sündteures Kunstwerk deutscher Ingenieurstechnik. Warum? Weil eine vorrätig war und ich keine langen Lieferzeiten abwarten wollte.

Leica M

Also eine Leica M mit einem 1:1,4/35mm ASPH Objektiv (Leica hat vornehmlich nur Fixbrennweiten, an die ein herkömmliches Zoomobjektiv nicht herankommt) gekrallt. Natürlich hat mich meine Frau (mit Recht) für verrückt erklärt, dass ich so viel Geld für einen Fotoapparat ausgebe. Mein „Spielzeug“ nennt sie die Leica, wenn sie darüber spricht. Dass ich krank bin, hat sie offenbar noch nicht erkannt. Seitdem ist nichts mehr, wie es war. Diese Kamera ist für mich der Inbegriff von Klasse, Einfachheit, Eleganz und die Bilder sind absolut atemberaubend. Diese Brillanz, diese Schärfe, dieses Bokeh … Ja, ich bin verliebt. (Nein, keine Angst, meine Frau liebe ich noch mehr. Die Leica auf eine ganz andere Art).

Jetzt gilt es natürlich, dass ich mein Auge schule, um mein fotografisches Können zu steigern. Ich bin noch lange nicht dort, wo ich hin möchte. Die alten Meister als Vorbild. Anselm Adams, Dorothea Lange und natürlich ganz besonders Henri Cartier-Bresson, dem Meister des Schnappschusses.

Objektive

Wenn man schon so eine außergewöhnliche Kamera besitzt, dann muss ihr auch Futter geben. In Form von vielen Bildern und auch in Form von Leckerbissen. Ein paar Objektive mussten also her. Mittlerweile sind es:

Leica 21mm/f3,4
Leica 28mm/f2,8
Leica 35mm/f1,4
Leica 50mm/f2,0
Leica 75mm/f2,0
Leica 90mm/f2,0
Leica 135mm/f3,4

Leica R 135mm/f4,0
Leica R 180mm/f2,8
Leica R 280mm/f4,0
Leica R 35-70mm
Leica R 70-200mm

Die Krankheit ist also nicht ausgestanden. Eher im Gegenteil. Ich habe mir noch eine Leica x2 gekauft. Eine kleine kompakte Reportagekamera, die über einen immens großen Sensor verfügt. Mit der Leica C, einer kleinen Damenkamera für die Handtasche sind es mittlerweile vier Leicas.

Leica Q

Ähhm, kleiner Nachtrag vom Dezember 2016: Ich habe mir auch noch eine Leica Q angeschafft. Die Q ist die ideale Kamera für Street-Fotografie. Vollformat mit 28mm Fixbrennweite und extrem schnellem Autofokus. Meistens knipse ich Personen ja unbemerkt aus der Hüfte. Mit der Gesichtserkennung des Autofokus eine wirklich prima Sache. In der Regel frage ich die Menschen nicht, ob ich sie ablichten darf. Denn nach dieser Frage verändert sich sofort der Gesichtsausdruck und die Haltung. Die Bilder sehen dann unweigerlich gestellt aus. Langweilig, dieses Kameragegrinse. Manchmal, wenn das Bild besonders gut geworden ist, frage ich später, ob sie damit einverstanden sind, dass ich das Bild verwende. Da ich keinerlei finanzielle Absichten mit solchen Bildern hege, hatte ich noch nie Probleme eine Zustimmung zu bekommen. Vertrag? Nein, mache ich nicht. Wenn sich Menschen nicht mehr vertrauen können, dann … (Ich brauche auch übrigens beruflich keine Verträge. Handschlagqualität ist mir bedeutend lieber. Schlechte Erfahrungen? Noch keine und so wird es auch bleiben.)

Die Leica Q ist so klein und unscheinbar, dass niemand vermutet, dass es sich hier um ein Hochleistungsgerät handelt. Während meiner neuntägigen Kubareise lag die Aufmerksamkeit der Einheimischen eindeutig auf den großen Nikons und Canons mit den imponierenden Objektiven. Meine Q wurde nicht einmal belächelt. Ach, ist das herrlich. Mir wäre es eindeutig zu viel Ballast, ständig so eine große Kamera und noch größere Gläser herum zu tragen. Wenn ich etwas zoomen will, dann gehe ich einfach näher ran. Klappt nicht immer, aber in den allermeisten Fällen. Und für die zwei-, dreimal, wo ich bisher ein Bild nicht machen konnte, weil ich zu weit weg war, lohnt es nicht, meinen lädierten Rücken mit schwerem Rucksack zu belasten.

Brauche ich dann die große Leica M nicht mehr? Doch, doch. Für alles andere außer Street ist sie eine fantastische Kamera. Mit einer Brillanz im Ergebnis, die ich anderweitig noch nicht entdeckt habe.

Noch bevor ich die Q erstand, war ich auf der Suche nach einer Kamera mit schnellem Autofokus. Mein Dealer empfahl mir eine …

Fujifilm X-T1

Die M hat nur die Möglichkeit manuell zu fokkussieren. (Ja, das ist tatsächlich die große Besonderheit der Leica M, dass sie keinen Autofokus hat. Meist liebe ich die Kamera dafür. Aber manchmal bin ich faul und möchte nur abdrücken, ohne zuerst pingelig scharf stellen zu müssen.) Also rein in das Fotofachgeschäft meines Vertrauens und mit einer Fuji X-T1 wieder raus. Zwei Zoomobektive (18-55mm, 55-200mm) und eine Festbrennweite (27mm) dazu. (Die Kamera hat einen APSC-Sensor. das bedeutet Cropfaktor 1,5). Besonders das große Zoom (also eigentlich 300mm) ist mir wirklich eine Hilfe, wenn ich einfach nicht näher ran komme. So ein Zoom macht aber auch richtig faul. Ich ertappe mich oft dabei, einfach stehen zu bleiben und mir das Objekt heranzuholen. Mit der Leica müsste ich die paar Schritte näher gehen.  „If your pictures aren’t good enough, you aren’t close enough.“ Robert Capa.

Fujifilm X-T2

Die Ansprüche steigen und das Fotografenhirn ist mit Rationalität nicht kompatibel. Meine kleine Fuji war gut, sogar sehr gut. Aber da kam dann das Nachfolgemodell in die Regale. Mit einigen Verbesserungen. Allen voran der superschnelle Autofokus und der grandiose APSC Sensor (24MP). Für Tierfotografie brauche ich außerdem ein richtiges Zoom-Objektiv. Also so ein richtig langes Teil. 100-400mm von Fujinon (durch den Cropfaktor ist es ein 150 -600mm Tele). Im Vergleich mit den Zooms der Marktführer immer noch eher klein, aber oho. Die Schärfe, mit der das Ding abbildet, ist unglaublich.